Die Limousine stand perfekt gerade, als sie anfing, sich zu bewegen.
Kein Fahrer drin, kein Motor an – nur eine ruhige Straße in San Francisco und ein weißes Auto, das plötzlich nach vorn rollte wie ein langsames, lautloses Tier. Ein Passant rief, jemand ließ seinen Kaffee fallen, und schließlich stoppte der Wagen erst, als er gegen eine Mülltonne stieß – nur Zentimeter neben einem geparkten Scooter. Ein winziges Detail war übersehen worden: Die Vorderräder standen kerzengerade.
Später kam der Besitzer, fassungslos. Die Handbremse war angezogen. Der Wählhebel stand auf „P“. Alles „Normale“ war gemacht worden. Und doch war die Schwerkraft stärker als seine Gewohnheiten – und sein Lenkrad hatte … nichts getan.
Es gibt eine einfache Bewegung, die das Ende dieser Szene hätte ändern können. Eine Bewegung, die die meisten von uns am Tag der Prüfung gelernt und dann still und leise wieder vergessen haben.
Warum das Einschlagen der Räder wichtiger ist, als du denkst
Stell dich an eine steile Straße, und du kannst fast das Gewicht geparkter Autos spüren, das den Hang hinunterdrückt. Diese Tonnen Metall halten nur dank ein paar kleiner mechanischer Teile: einer Parksperrklinke, ein paar Bremsbacken, einem Seilzug, der vielleicht nicht mehr ganz so frisch ist wie früher. Ganz schön viel Vertrauen in winzige Komponenten, die man nie sieht.
Wenn du das Lenkrad vor dem Aussteigen ganz bis zum Anschlag zu einer Seite drehst, gibst du dir einen Plan B gegen die Schwerkraft. Der Vorderreifen wird zu einer physischen Barriere, bereit, den Bordstein oder den Fahrbahnrand zu „fangen“, falls etwas nachgibt. Es ist ein bisschen so, als würdest du deinen Fuß quer in den Hang stellen, wenn du auf einer Schräge stehst.
Auf ebenem Boden sind gerade Räder in Ordnung. Am Hang sind gerade Räder wie eine unverschlossene Tür – und die Hoffnung, dass kein Wind aufkommt.
Denk an eine enge Wohnstraße, in der beide Gehwege mit Autos voll stehen. Ein blauer Kompaktwagen parkt bergauf, die Räder sauber zum Bordstein eingeschlagen. Ein paar Plätze weiter steht ein größeres SUV mit perfekt geraden Rädern, die Frontstoßstange fast schon über der Absenkung einer Garagenzufahrt. Es hat den ganzen Tag geregnet, die Straße ist glatt, und abends fallen die Temperaturen.
Mitten in der Nacht gibt das Handbremsseil des SUVs nach Jahren von Rost und Streusalz endgültig auf. Das Auto rollt ein paar Zentimeter, dann einen Meter, dann wird es schneller. Nichts ist da, was es stoppt. Es überquert die Kreuzung und endet gegen ein anderes geparktes Fahrzeug. Zwei Versicherungsfälle entstehen in der Dunkelheit.
Der blaue Kompaktwagen mit eingeschlagenen Rädern? Würde dort dasselbe passieren, würde der Vorderreifen fast sofort den Bordstein berühren. Das Auto bewegt sich vielleicht 30 bis 60 Zentimeter – und bleibt stehen. Eine winzige Geste Stunden vorher wäre der Unterschied zwischen einem Schrecken und einer zerdrückten Stoßstange.
Hinter dieser Gewohnheit steckt Physik. Ein geparktes Auto wird durch Reibung gehalten: die Parkbremse, die die Hinterräder klemmt, oder das Getriebe, das den Antriebsstrang blockiert. Wenn das versagt oder nachlässt, beginnt das Auto entlang des Wegs des geringsten Widerstands zu rollen: gerade bergab. Durch das Einschlagen der Vorderräder veränderst du diesen Weg.
Der Reifen wird zum Keil. Rollt das Auto vor- oder zurück, trifft das schräg stehende Rad auf Bordstein oder Fahrbahnrand und schafft einen neuen Kontaktpunkt. Dieser Kontakt wandelt die Bewegung in einen seitlichen Druck um – und der ist für das Auto deutlich schwerer fortzusetzen. Die Schwerkraft will eine gerade Linie; eingeschlagene Räder erzwingen eine Kurve.
Selbst dort, wo es keinen Bordstein gibt, bremsen voll eingeschlagene Räder das Wegrollen. Ein Auto, das mit vollem Lenkeinschlag zu rollen versucht, schiebt Gummi seitlich über den Asphalt. Das erzeugt Widerstand. Nicht perfekt, nicht magisch – aber oft gerade genug, um aus einem potenziellen Ausreißer ein kleines, fast unsichtbares Verrutschen zu machen.
So schlägst du die Räder am Hang richtig ein
Die Bewegung selbst ist simpel, fast zu simpel: anhalten, parken, und das Lenkrad bis zum Anschlag drehen, bis Widerstand kommt. Der Trick ist die richtige Richtung.
- Bergauf mit Bordstein: Räder vom Bordstein weg einschlagen, damit das Auto, falls es zurückrollt, sanft in den Bordstein läuft und stoppt.
- Bergab mit Bordstein: Räder zum Bordstein hin einschlagen, damit ein Vorwärtsrollen den Reifen gegen die Kante drückt.
- Hang ohne Bordstein: Räder so einschlagen, dass das Auto im Fall der Fälle vom Verkehr weg zur sichersten Seite driftet (Fahrbahnrand, Böschung, Grünstreifen).
Sind die Räder eingestellt, parkst du wie gewohnt zu Ende: Handbremse an, Automatik auf „P“ oder bei Schaltung den Gang einlegen, Motor aus. Gleiche Routine, eine zusätzliche Bewegung. Das war’s.
Und dann kommt die Realität. An einem hektischen Morgen, im Regen, mit Kindern hinten drin und Nachrichten, die auf dem Handy aufploppen, willst du einfach nur aussteigen. Dieser zusätzliche Dreh am Lenkrad wirkt optional, fast pingelig. Und ehrlich: Auf sanften Gefällen kommst du vielleicht jahrelang damit durch, es zu lassen.
In der kalten Nacht, in der das Seil endlich reißt? An dem Wochenende, an dem du eine hügelige Stadt besuchst? Dann zahlt sich diese kleine Gewohnheit aus. Am Hang steht dein Auto nie einfach nur „da“ – es wird durch ein Gleichgewicht gehalten, das sich durch Rost, Hitze oder einen Rempler eines anderen Fahrzeugs verschieben kann.
Seien wir ehrlich: Niemand macht das wirklich jeden Tag. Menschen vergessen es – oder glauben, ihre moderne elektronische Parkbremse mache sie unverwundbar. Das Problem ist: Der Schwerkraft ist es egal, ob dein Handbremsknopf blau leuchtet. Sie interessiert sich für Winkel, Gewicht und dafür, wohin deine Räder zeigen.
„Ich habe mehr als einen ‘mysteriösen’ Unfall untersucht, bei dem der einzige Schuldige ein geparktes Auto in einer steilen Straße war – mit perfekt geraden Rädern“, sagt ein erfahrener Kfz-Schadengutachter, mit dem ich gesprochen habe. „Wären die Räder eingeschlagen gewesen, würden wir über eine Schramme am Bordstein reden statt über eine zerdrückte Front.“
Damit es einfach bleibt, vermitteln viele Fahrlehrer eine mentale Merkhilfe und wiederholen sie, bis sie sitzt. Hier eine kurze Eselsbrücke für jede Steigung:
- Bergauf mit Bordstein: Räder vom Bordstein weg, damit das Auto rückwärts in den Bordstein rollt.
- Bergab mit Bordstein: Räder zum Bordstein hin, um Vorwärtsrollen zu blockieren.
- Bergauf oder bergab ohne Bordstein: Räder zum Fahrbahnrand, weg vom Verkehr.
Ein schneller Blick, ein kurzer Dreh aus dem Handgelenk – und dein geparktes Auto hat plötzlich eine zweite Verteidigungslinie. Keine perfekte Sicherheit, aber ein echter, sichtbarer Schutz, den du fast in den Händen spürst.
Parken am Hang als tägliche Denkweise – nicht als Trick
Sobald du darauf achtest, sehen steile Straßen anders aus. Du entdeckst die Autos, deren Räder sauber angewinkelt sind, als würden sie den Bordstein „umarmen“. Und du siehst die anderen, die mit geraden Rädern auf einer Schräge balancieren, einen Meter vor einer Kante – als wäre die Schwerkraft nur ein Gerücht.
Diese kleine Routine hat einen Dominoeffekt. Du schützt dein Auto, das vor dir, vielleicht den Radfahrer, der später vorbeikommt. Du wechselst von „Auto aus, ich bin fertig“ zu „Auto aus – und ich habe es so abgestellt, dass es bleibt, wo es ist, egal was passiert“. Das ist eher eine Denkweise wie bei Piloten als die Art, wie die meisten von uns fahren.
Wir kennen alle diesen Moment: Man geht weg, hört ein kleines Knacken hinter sich und dreht sich abrupt um, überzeugt, das Auto bewege sich. Das Einschlagen der Räder nimmt diesen kurzen Paranoia-Stich nicht komplett weg, aber es gibt dir ein beruhigendes Detail: Du hast dein Fahrzeug in Richtung Sicherheit abgestellt – nicht in Richtung Ärger.
Oberflächlich ist es nur ein Lenkrad, das zu einer Seite gedreht wird. Darunter ist es ein stilles Abkommen zwischen dir, deinem Auto und dem Hang, den ihr euch teilt. Eine kleine, unspektakuläre Geste, die genau deshalb nie Schlagzeilen macht – weil, wenn genug Menschen sie machen, nichts Dramatisches passiert.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für Leserinnen und Leser |
|---|---|---|
| Ausrichtung der Räder am Hang | Räder je nach Gefällerichtung zum oder vom Bordstein einschlagen | Reduziert das Risiko, dass das Auto bei Bremsversagen Geschwindigkeit aufnimmt |
| Rolle des Bordsteins | Der Reifen dient als mechanischer Keil gegen die Bordsteinkante | Verstehen, wie ein Bordstein zu kostenlosem Schutz wird |
| Reflex, den man sich angewöhnt | Geste in die Routine einbauen: Handbremse, Gang/P, Räder eingeschlagen | Eine einfache Gewohnheit integrieren, die Auto, andere und den Geldbeutel schützt |
FAQ
- Muss ich die Räder wirklich einschlagen, wenn ich eine Automatik mit „P“ habe?
Ja. Die Parksperrklinke, die das Getriebe blockiert, kann versagen oder beschädigt werden – besonders an steilen Hängen. Eingeschlagene Räder sind ein Backup, falls dieses kleine Teil nachgibt.- Sollte ich die Räder auch einschlagen, wenn die Straße fast flach wirkt?
Wenn es auch nur ein leichtes Gefälle gibt und ein Bordstein in der Nähe ist, lohnt es sich. Die Gewohnheit kostet eine Sekunde und wird schnell automatisch.- Kann volles Einschlagen die Lenkung oder Reifen beschädigen?
Nein. Lenksysteme sind dafür ausgelegt, den vollen Lenkeinschlag bei niedriger Geschwindigkeit oder im Stand auszuhalten. Du „hältst“ das Auto nicht mit der Lenkung, du stellst nur den Lenkwinkel ein, bevor du gehst.- Was, wenn es gar keinen Bordstein gibt, nur einen Graben oder Gras?
Räder so ausrichten, dass das Auto im Fall der Fälle vom Verkehr weg in Richtung der sichersten Kante rollt: Graben, Grünstreifen oder auch eine Mauer sind besser als die Fahrbahnmitte.- Gilt diese Regel überall auf der Welt gleich?
Die Logik ist universell – Bordstein oder Fahrbahnrand als Block nutzen –, aber genaue Regeln können variieren. In manchen Städten gibt es sogar Bußgelder, wenn man an steilen Straßen die Räder nicht einschlägt; lokale Vorgaben zu prüfen lohnt sich.
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